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Familienforschung und MecklenburgDiverse Aspekte „Meeeeklenburg“, mit langem „eeeee“ Wenn Sie in Soest oder
Coesfeld das Dehnungs-e missachten und von Söst oder Cösfeld sprechen, werden
Sie sofort hingerichtet. In analoger Weise ist das c in Mecklenburg sprachwissenschaftlich
eindeutig ein Dehnungs-c und unser Bundesland heißt deshalb Meeeeeklenburg. KARL
DER GROSSE Manche
Familienforscher fühlen sich als etwas Besonderes, nachdem sie eine
Vorfahrenlinie zu KARL DEM GROSSEN gefunden haben.
Also können wir davon
ausgehen, dass jeder von uns ein Nachfahre von KARL DEM GROSSEN ist. Offen ist
nur, welche der 500 Milliarden Vorfahrenlinien zu KARL DEM GROSSEN führt. Das
herauszufinden, ist Ihre Aufgabe für die nächsten Jahre. Es tut mir leid, wenn
ich manchem der hier Sitzenden (sowie auch meiner eigenen Ehefrau) die
romantische Idee, durch die Nachfahrenschaft von KARL DEM GROSSEN etwas
Besonderes zu sein, etwas getrübt habe. Manche Genealogen
meinen, dass ca. 50% von uns KARL DEN GROSSEN überhaupt nicht als Vorfahren
haben, und die anderen 20000fach, weil ein Teil der Menschen sicher
vom Zufluss adliger Vorfahren ausgegrenzt war, z.B. Tagelöhner usw.. Wenn
ich aber die Vorfahren meiner Frau ansehe, hatte sie 40 Generationen rückwärts
KARL DEN GROSSEN vielfach als Vorfahren, aber ebenso viele Vorfahren waren
Tagelöhner, Mägde usw.. Ich finde viele Verbindungen aus Tagelöhnertochter und
Bauernsohn, dann von ihrem Enkel mit einer adligen Person, usw. Von diesen
Daten her muss ich heftig der Vorstellung widersprechen, dass einer von uns n i c h t von KARL DEM GROSSEN abstammt. Andere Genealogen
meinen, dass KARL DER GROSSE statt 21 Enkel nur zwei gehabt habe und also
unterdurchschnittlich wenige mitteleuropäische Nachfahren habe. Selbst dann
müsste KARL DER GROSSE immer noch im Mittel 1000fach der Vorfahre jedes
einzelnen von uns sein, und die Wahrscheinlichkeit, dass einer von uns n i c h t
von KARL DEM GROSSEN abstammt, ist immer noch de fakto Null. „Ahnenschwund“
und Verwandtenehen Dass beim Blick von heute nach
rückwärts statt 500 Milliarden Vorfahren sich nur 50 Millionen verschiedene
Individuen finden, wird manchmal als „Ahnenschwund“ bezeichnet. Bei umgekehrter
Betrachtung vom Jahr 800 nach heute hin, wurden 500 Milliarden Vorfahren durch
nur 50 Millionen dargestellt, die über viele Generationen immer wieder
miteinander Kinder zeugen mussten. Dafür ist Verwandtenheirat der nettere
Ausdruck als Inzucht. Das Ergebnis sind wir. Mecklenburg war nie preußisch Mecklenburg
unterstand direkt nur dem Deutschen Kaiser;
dass der in Personalunion zufällig gleichzeitig
preußischer König war, ändert nichts daran, dass Mecklenburg nie preußisch war.
Es würde es nicht zu Mecklenburg passen, wenn hier alles preußisch-geordnet und
korrekt und ohne Pannen ablaufen würde. Wir bitten Sie, jeden Fehler z.B. in
der Familienforschung und jedes Chaos als Zeichen von Lebendigkeit zu nehmen,
eben als Zeichen des nicht-preußischen Mecklenburg. Internet Surfen Wie Sie wissen, wird
im Internet bisher noch am zweithäufigsten auf Genealogie-Seiten zugegriffen, vorläufig
noch am häufigsten auf Sex-Seiten. Lassen Sie uns alle daran arbeiten, dass wir
an die erste Stelle kommen. Falsche
Väter Aus den DNA-Analysen
wissen wir, dass 10% (8-15%) der vermeintlichen Väter nicht korrekt sind. Der
vermeintliche Vater ist nicht der biologische Vater, weil die Frauen bekanntlich
extrem untreu sind. Differenzierter betrachtet, ist das erste Kind in 5% nicht
das Kind seines vermeintlichen Vaters, das zweite Kind in 20%, das dritte in
35% und das vierte in 50%. (Ich bin viertes Kind.) Vertikale
oder horizontale Familienforschung Genealogie wird von
manchen primär als Vertikalforschung zum Auffinden toter Vorfahren (Ahnen)
betrieben. Andere sind eher Horizontalforscher, suchen nach lebenden
Verwandten: Vettern und Kusinen 3., 4. oder 5. Grades. Der Horizontalforscher
benötigt natürlich auch einige Vorfahrengenerationen rückwärts, um dann wieder
nach heute hin voranzuforschen, um die entfernten lebenden Vettern zu finden.
Solch ein primärer Horizontalforscher bin z.B. ich, ich habe aber auch sehr
gern längere Vorfahrenlinien, weil mancher Vetter 5. Grades sich für die
Kontaktaufnahme erst interessiert, wenn er nebenbei noch eine lange Vorfahrenlinie
von mir bekommt. Insofern sind die längeren Vorfahrenlinien für mich eine Art
Köder, um lebende Verwandte interessiert zu machen. Im Grund aber finde ich die
Totenforschung ziemlich langweilig, und oft ist sie ja auch falsch, wie oben
gesagt. Forschung
per Internet Unser Forschungstempo
ist sehr unterschiedlich. Wie viele andere kann ich aus eigener Erfahrung sagen,
dass man unter Zuhilfenahme des Internet in einem Monat das Gleiche schafft wie
vorher in einem Jahr. Deshalb kann ich nur appellieren, dass diejenigen von uns,
die noch nicht vernetzt sind, sich schnell mit dem World-Wide-Web befassen. Je
weniger Zeit man noch vor sich hat, also je älter man ist, desto dringender ist
das. Meine Mutter habe ich zu ihrem 88. Geburtstag vernetzt, heimlich am Abend
vorher. Jetzt kann ich ihr gut mailen und sie mir, und von ihren Vettern und Kusinen
aus Amerika bekommt sie Nachrichten. Ähnliche
Familiennamen Die Familiennamen wurden in Deutschland erst 1874
fixiert. Vorher konnte jeder seinen Namen so sprechen und auch schreiben, wie es
ihm lag. Erst 1874 wurde der Name so, wie er gerade geschrieben wurde, durch
die preußische Standesamtsgesetzgebung fixiert. Deshalb findet man MEINCKEs und
MEINEKEs und MAINKEs in derselben Familie. Familienforschung
im Unterschied zu „Ahnenforschung“ Genealogie („Geschlechterforschung“)
und Familienforschung sind Oberbegriffe, die die Vertikal- und Horizontalforschung
beide umschließen. Laut DUDEN bezeichnet „Ahne“ nur einen VORfahren. Ahnenforscher
sind also die reinen Rückwärtsforscher, die Tote suchen, und die
Horizontalforscher sind bei diesem Begriff ausgeschlossen. Kein Angloamerikaner
würde für Genealogie statt „Family Research“ den reduzierenden Begriff
„Ancestor Research“ benutzen - es sei denn, er meint wirklich nur die
rückwärtsgewandte Totenforschung ohne gleichzeitige Horizontalsuche nach
lebenden Verwandten. Trotzdem suchen noch heute 90% aller Genealogen in
Deutschland im Internet primär nach dem Wort Ahnenforschung, auch wenn sie
Familienforschung meinen. Das ist einer der persistierenden Erfolge von HITLER,
der die Familienforschung zur Ahnenforschung reduzieren wollte, um die Menschen
mit „schlechten Ahnen“ zu identifizieren und dann zu liquidieren. (Ein weiteres
Beispiel persistierenden HITLERschen Erfolgs ist die Auslöschung des
eigentlichen Benzinauto-Erfinders Siegfried MARCUS 1865/1867 aus dem
Bewusstsein und Ersetzung durch die erst 20 Jahre späteren DAIMLER, BENZ und
OTTO. Siegfried MARCUS, jüdischer Mecklenburger, ist ein Verwandter von mir.) Gegen das Geizen mit Datenweitergabe Die alte Geschichte: Jemand hat sich so sehr in seine
selbst-erarbeiteten Daten verliebt, dass er sie niemandem als Doppel gegeben
hat, sondern "darauf saß", und als er tot war, hat irgendein Erbe,
der das nur für „Spinnerei“ hielt, das Ganze gedankenlos weggeworfen. Die
Lebensarbeit war umsonst gewesen - so als
ob man die eigenen Kinder mit ins Grab nimmt. Die Moral von der Geschicht’:
Sitz auf Deinen Daten nicht (sondern verstreu sie möglichst oft an möglichst
viele Leute). Heimatgefühl und Sprachidiom Im Regelfall wird das
Sprachidiom in der Grundschulzeit geprägt, das Heimatgefühl in der Pubertät. Mecklenburg und BISMARCK Reichskanzler BISMARCK
sagte (1885), wenn der Untergang der Welt vorausgesagt sei, werde er nach
Mecklenburg gehen, weil dort alles hundert Jahre später passiere. Der historische
Hintergrund war, dass Mecklenburg immer noch eine Verfassung von 1755 („Landesgrundgesetzlicher
Erbvergleich“) hatte, und diese war schon 1755 ungefähr hundert Jahre „hinter
der Zeit“, indem sie zum Beispiel völlige Steuerfreiheit für adlige und Ritter regelte.
Das heutige Mecklenburg mit z.B. seinem lebhaften Tourismus ist ganz
offensichtlich der Zeit eher voraus. Eine mecklenburgische
Anekdote KAISER WILHELM
II bekam einst Besuch vom ZAR VON RUSSLAND. Sie beide waren Gäste des GROßHERZOGs
VON MECKLENBURG in Schwerin. Als sie des Verhandelns müde waren, gingen sie ein
wenig durch die Felder, um sich zu erholen. Es war heiß und nach einiger Zeit
wurden sie sehr müde, diese Herren, die ja auch meistens kutschiert wurden und
im Laufen nicht so gut geübt waren. Sie begannen sich umzusehen, ob sich irgendeine
Fahrgelegenheit biete. Ein Bauer kam mit
seinen Pferden und einem Wagen. Der GROßHERZOG griff einfach in die Zügel und
stoppte den Bauern. Der Bauer war erbost: „Das sind meine Pferde. Lass sie los!
Wer bist du überhaupt?“ Der GROßHERZOG war entsetzt. “Du solltest mich kennen.
Ich bin dein GROßHERZOG!“ Der Bauer war überhaupt
nicht beeindruckt, er grinste etwas. Er zeigte mit seiner Peitsche auf den KAISER: „Und wer ist das?“ Der GROßHERZOG: „Das
ist der KAISER - U n s e r KAISER!!“ Der Bauer war immer
noch nicht beeindruckt, er grinste breiter:
„Und wer ist der dritte da?“ Der GROßHERZOG:
„Das ist der ZAR VON RUSSLAND!!!“ Jetzt fing der Bauer
an sich totzulachen. „Ihr drei seid richtige Spaßvögel. Dann bin ich der SCHAH VON
PERSIEN. Steigt bitte ein.“ Hobby
Genealogie als Sucht Manche
Nicht-Genealogen wissen eigentlich nicht, was die Genealogen so „erwischt“ hat.
Diese sonderlichen Menschen, die, kaum haben sie zwischendurch eineinhalb
Stunden Zeit, schon wieder einem horizontalen entfernten Verwandten oder
vertikalen toten Vorfahren hinterher jagen. Ähnliches kennen
viele Menschen, wenn sie abends um Viertel nach zehn „schnell eben noch“ das
Kreuzworträtsel der Zeitung lösen wollen, bevor sie eigentlich eine halbe
Stunde später ins Bett müssen: Wenn sie es in der halben Stunde
nicht geschafft haben, lässt es sie nicht los und wenn es bis zum letzten
Buchstaben nachts halb drei wird, obwohl sie um halb sechs schon wieder
aufstehen müssen. Wir Genealogen erleben Gleichartiges, aber unser Puzzle unterscheidet
sich in zwei Punkten vom Kreuzworträtsel: 1. das genealogische Kreuzworträtsel ist
endlos. 2. Einzelne Puzzlestücken werden
lebendig, nämlich die Ergebnisse der Horizontalforschung. Diese lebendigen
Puzzleteile kann man anrufen, sie können unser schönes Mecklenburg besuchen, man
kann sie besuchen. Auf diese Wiese habe ich schon Verwandte in England, USA,
Kanada, Costa Rica, Argentinien, Peru und Israel besucht. Zur Zeit habe ich
vier Einladungen nach Brasilien liegen, eine nach Südafrika, eine nach
Neuseeland und eine nach Hawaii, wo ein Vetter eine Biofarm mit Blick auf den Pazifik
betreibt; er stammt aus Boizenburg/ Mecklenburg. Ich freue mich schon darauf,
diese Einladungen in den nächsten Jahren „abzuarbeiten“. Peter Chr. CLEMENS, Priv. Doz.
Dr.med.habil.,
Am Tannenhof 52, D-19061 Schwerin-Schlossgarten, Tel +49-(0)385 -565670 (oder
-5202660), Fax -5558979 (oder -5202676), dr.clemenspc@p4all.de Folgender Kommentar erreichte uns über die Mecklenburg-L Mailingliste: Delivered-To: mecklenburg-l@genealogy.net From: "Regina" |
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©D. Garling (Editor) |
zuletzt geändert: 24. Januar 2004 | |