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Projekt: Erfahrungsberichte, nach einem Beitrag von Dr. Peter Chr. Clemens für den Deutschen Genealogentag 2003 in Schwerin: Die SUSEMI(E)(H)Ls und ihr Melkschemel- Das Ideal der Familienforschung: Das weltweite Namensunikat -Otto Kaysel geb.
1843, Ehrenbürger seiner Heimatstadt Ludwigslust/ Mecklenburg - eine Straße dort ist nach ihm benannt
- war mein Urgroßvater. Seine Ahnenlinie ist: - Louis Kaysel, Schulrektor in Kröpelin/
Mecklenburg, -
Friedrich KAYSEL, Wirtschaftsschreiber in Kröpelin, -
Carl Kaysel, Pastor in
Lübow bei Wismar/ Mecklenburg, verheiratet mit L(o)uise-Sophie geborene SIMONIS, geb. 1750. Ihre Vorfahren waren: -
Enoch jun. SIMONIS, Pastor
in Lüssow bei Güstrow/ Mecklenburg, -
Enoch sen. SIMONIS, Pastor in Wamckow bei Schwerin/ Mecklenburg, -
Paschasius SIMONIS, Pastor in Pampow bei Schwerin/ Mecklenburg,
verheiratet mit Dorothea geborene MÜLLER, geb. 1661. Ihre Eltern waren: -
Johann Heinrich MÜLLER, der weit fort ging und Pastor im Elsass war,
verheiratet mit Margaretha
geborene Susemi(e)(h)l, geb. 1632 in Schwaan bei Rostock/
Mecklenburg. Also bin ich ein SUSEMI(E)(H)L-Nachfahre. Die pastoralen SUSEMI(E)(H)Ls Margarethas Vater war Johann Susemi(e)(h)l, Hofprediger, Pastor und
Superintendent am Dom in Schwerin/ Mecklenburg, geb. 1596. 1652 führte er
das erste Kirchenbuch in Johanns Vater war Joachim Susemi(e)(h)l,
Schulmeister in Schwaan/ Mecklenburg. Den Lehrerberuf übten damals Theologen
aus, die noch nicht zum Prediger berufen waren oder - wie Joachim - es nie so weit brachten. Eine eigentliche pädagogische Ausbildung
gab es damals noch nicht.
Gregor SUSEMI(E)(H)L hatte schon vor
1549 den Sohn Johann und noch einen anderen Sohn. Also war er offenbar
verheiratet. Er gehörte also offensichtlich zu den mecklenburgischen Pastoren,
die sich schon vor der offiziellen Verkündigung 1549 der lutherischen
Reformation angeschlossen hatten. Das turmlose Kirchlein in
Neese. Die Zwischengeneration, Joachims
Vater, hatte mir über Jahre gefehlt:
Wie wir heute wissen, hieß er wie sein Enkel Hans =Johann. Diesen belegt die aus
Amerika erhaltene Abschrift Die
bäuerlichen SUSEMI(E)(H)Ls Neben den pastoralen gibt es viele
bäuerliche Susemi(e)(h)ls,
zum Teil noch heute in der Gegend von Rostock und dem Seebad Warnemünde. Pastoren
und Bauern SUSEMI(E)(H)L = eine große Familie? Zwei Fragen stellen sich: 1.
Gehören die pastoralen und bäuerlichen SUSEMIE)(H)Ls zur selben Familie? 2.
Wenn ja, stammen die Pastoren von den Bauern ab, oder umgekehrt? 1. Bekanntlich
gehören nicht z.B. alle MÜLLERs zusammen. Denn als um 1300 die Nachnamen
geschaffen wurden, wurden sie nach irgendwelchen Merkmalen gegeben. Wenn im
Dorf drei Johanns waren und der eine war der Sohn vom Müller, dann wurde er ohnehin
Müllers Johann genannt, die Familie bekam den Nachnamen MÜLLER. Das geschah in
einem Dorf in Bayern zur selben Zeit wie in einem Dorf in Holstein. Die MÜLLERs
in Bayern und die MÜLLERs in Holstein gehören nicht zur selben Familie, obwohl
sie den gleichen Namen tragen. Bei den mehreren Susemi(e)(h)l-Forschern auf der Welt,
einschließlich mir, ist aber unbestritten, dass alle Susemi(e)(h)ls Die Slawen siedelten sehr weit, weit
über Deutschland und Polen nach Osten hinaus. Unter den Slawen gab es einen Stamm,
die Wenden, die im Kern in Mecklenburg siedelten, insgesamt von Ostholstein bis
Danzig. Der Name Susemi(e)(h)l ist unbestritten hergeleitet von dem wendischen CU(D)ZO-MIL. Das erste Wort heißt
‚fremd’ und das zweite heißt ‚lieb’. Das sind die Leute, die die Fremde lieben,
oder die, wenn sie in der Fremde sind, dann geliebt werden. In jedem Fall also
solche, die in der Fremde gut anpassungsfähig sind. Und tatsächlich lebt die Mehrheit der
SUSEMI(E)(H)Ls nicht mehr im
deutschsprachigen Raum. Viele schon seit mehreren Generationen, die heute
Lebenden sprechen kein Deutsch mehr. Die sehr vielen wendischen CU(D)ZO-MILs hatten, als die
Germanisierung des slawischen Raumes eintrat, ihren Namen in etwas im Deutschen
umgewandelt, das dem Klang nach dem CU(D)ZO-MIL
ähnlich war, aber im Deutschen irgendeinen Sinn zu geben schien, z.B. “SÜßMEHL“, „SUSEMICHEL“, „SÜßMILCH“.
Die Susemi(e)(h)l-Forscher
sind sich einig, dass nur einer so abstrus gewesen sein kann, CU(D)ZO-MIL in SUSEMI(E)(H)L umzuschreiben, in ein im Deutschen sinnloses Wort. Hierauf gründet sich die einmütige Überzeugung, dass
alle Susemi(e)(h)ls zur selben Familie gehören. 2. Wenn
also klar ist, dass alle SUSEMI(E)(H)Ls zur selben Familie gehören: Stammen die Pastoren von den Bauern
ab, oder umgekehrt? Die
Hausmarke, der Melkschemel Johann SUSEMI(E)(H)L führte eine Hausmarke, die nach allen
Indizien einen Melkschemel Hausmarken hatten Familien, die
nicht lesen und schreiben konnten; sie
setzten dieses Zeichen unter Urkunden und Verträge, deshalb sprechen wir noch
heute vom Unterzeichnen einer Urkunde. Damals konnten unter den Christen nur
wenige Auserwählte lesen und schreiben (im Unterschied zu allen Juden), beispielsweise Pastoren. Diese Familien benutzten
also keine Hausmarke, durchaus aber beispielsweise Bauern, an deren Häusern man
manchmal noch heute zum Beispiel am Balken über der Tür ihre Hausmarke findet. Die
Hausmarke des Pastor Johann Susemi(e)(h)l und
seiner Dorothea geborene SCHNÄKEL
wirft Fragen auf: Wie kommt ein Pastor überhaupt zu einer
Hausmarke, und wie gerade zu einem Melkschemel? Hierfür gibt es eine schlüssige
Erklärung: Johann Susemi(e)(h)l ist Nachfahre eines Bauern. Dies wird als
gewichtiges Indiz gewertet, dass die Pastoren von den Bauern abstammen. Von
den Bauern zu den Pastoren Üblicherweise findet man vor dem
30jährigen Krieg 1618-1648 keine Dokumente, die Familienzusammenhänge sicher
belegen. Kirchenbücher wurden meist noch nicht geführt (z.B. in Schwerin erst
durch Johann SUSEMIHL 1652 eingeführt) und vorhandene Dokumente wurden in
diesem Krieg überwiegend zerstört. Insofern ist schon extrem bemerkenswert,
dass wir die SUSEMI(E)(H)Ls schon ab 1505 verfolgen können. Dass wir noch frühere
Familienzusammenhänge sicher belegen können, ist mehr als unwahrscheinlich.
Also sind wir für die Abstammung der pastoralen von den bäuerlichen
SUSEMI(E)(H)Ls gezwungen, plausible Hypothesen aufzustellen. Hierfür hilft die damalige in der
Region vorhandene Tradition der Namensgebung. Der erste Sohn wurde nach dem
väterlichen Großvater benannt, so auch Dompastor Johann geb.1596 nach seinem
Großvater Johann =Hans, dessen Beleg aus Amerika kam. Dessen Großvater -
Gregors Vater - darf ebenso als Hans
angenommen werden. Diesen Hans’ Vater wiederum darf als Gregor angenommen
werden, und dessen Vater wiederum mit Hans
SUSEMI(E)(H)L, geb. ca. 1400. Vielleicht war er jener abstruse
mecklenburgische Wende, der CU(D)ZO-MIL in SUSEMI(E)(H)L umschrieb. Wenn Gregor SUSEMI(E)(H)L, geb.
ca.1505, Pastor in Neese, der erste der Pastoren war, dies also den Übergang
von den Bauern zu den Pastoren darstellt, können noch weitere Brüder dieses Gregor
angenommen werden, die die bäuerliche Tradition weiterführten bis hin zu den
vielen späteren und heutigen bäuerlichen SUSEMI(E)(H)Ls in Warnemünde und
Rostock. Diese weiteren Brüder und ihre Kinder ermöglichen, die in
Einzeldokumenten belegten frühen bäuerlichen SUSEMI(E)(H)Ls in einem
hypothetischen Familiengebäude aufzunehmen: a. In
Marnitz bei Parchim/ Mecklenburg (1) 1551 Bauer Steffen
SUSEMI(E)(H)L und (2) 1570 Bauer
Hans SUSEMI(E)(H)L, im Nachbardorf Marlow (3) 1612 Anna SUSEMI(E)(H)L als Hexe angeklagt. b. In
Wismar/ Mecklenburg (4) 1592 Thomas SUSEMI(E)(H)L, dessen Frau
ebenfalls als Hexe angeklagt wurde. c. In der
Rostocker Gegend (5) 1648-1670 Bauer Hans SUSEMI(E)(H)L, (6) 1653-1683 Bauer Steffen SUSEMI(E)(H)L und
(7) 1666-1689 Drescher Jochim
SUSEMI(E)(H)L. Die Belege beider Hexen sind zu
finden im mecklenburgischen Hexenmuseum, in Penzlin zwischen Waren und
Neubrandenburg, 150 Welcher SUSEMI(E)(H)L-Nachfahre
erkennt seine hexenhaften Charakterzüge wieder? Meine Frau sagte „Das habe ich mir
schon immer gedacht!“ ============================== Die beiden heute „neuesten“ Dompastoren Ernst-Friedrich
ROETTIG und Volker MISCHOK sind jeweils mit einer Nachfahrin der pastoralen
SUSEMIHLs verheiratet - Zufall oder Fügung? Ein anderer
SUSEMIHL-Nachfahre ist Dr. Heinrich RATHKE, vielen bekannt als Altbischof
Mecklenburgs. Ein SUSEMIHL-Zweig verquickte sich mit Familie KARSTEN und
darüberhinaus mit Familie FLÜGGE. Richard PASSOW, 1880 geboren in Teterow,
später Professor der Nationalökonomie in Göttingen, 2001 vom THÜNEN-Museum in
Tellow mit iner Schrift geehrt, ist Nachfahre KAYSEL und darüber Nachfahre
SUSEMIHL. Ebenfalls SUSEMIHL-KAYSEL-Nachfahren sind PORZIGs in Braunschweig. Eine
Nachfahrin der pastoralen SUSEMIHLs, über China
nach Kanada gekommen, kann einiges
über Ostasien und viel über die Pionierzeit im Indianerland erzählen. Ihr Mann
und sie haben aus struppiger Wildnis eine blühende Farm geschaffen. Einige der
vielen ausländischen SUSEMIHL-Nachfahren leben in Columbien, z.B. eine Familie SCHWABE. Ein
anderer aus dieser Familie it Günter SCHWABE, als Historiker und Journalist in
Rom/ Italien tätig, SCHWABE-Genealoge
und 2001 Autor einer Biografie seines Ururgroßvaters Carl Friedrich Ernst
SCHWABE, geboren 1823, der als Kaufmann in England,
Australien und Indonesien lebte (ISBN 3-931185-88-5). Eine SUSEMIHL-Linie führt über China nach Brasilien. Fritz SUSEMIHL lebt in Florida: Er suchte seine
Wurzeln und kam nicht weiter, weil sein Vater ihm - vielleicht aus politischer Vorsicht, weil er nur so in ein
Einwanderungskontingent Famlie
Enrique SUSEMIHL, um 1875 aus Mecklenburg nach Argentinien und um 1975 nach
Alabama / USA übergesiedelt: ============================== Von
den bäuerlichen SUSEMIHLs stammen außer Christian ROTHE selbst noch viele
andere SUSEMIHL-Nachfahren ab: Dagmar ENGEL, verheiratete LIEDTKE, in
Magdeburg. Darlene SUSEMIEHL in Illinois
hat eine etwas kompliziertere Abstammungsgeschichte: Ihr Ururgroßvater Carl
Christian SUSEMIEHL war als Carl Christian OLDACH geboren - von seiner Mutter Carolina Friederica
OLDACH unehelich gezeugt mit einem Carl Friedrich SCHRÖDER, der danach von der
Bildfläche verschwand. Mutter Carolina Friederica OLDACHs Schwester Carolina
Margaretha OLDACH war mit einem Joachim SUSEMIHL verheiratet. Carl Christian
wird bei seiner Konfirmation ausgewiesen als „OLDACH genannt SUSEMIHL“ (ohne
e!), als Eltern sind angegeben seine Mutter Carolina Friederica und Johann
SUSEMIHL, der Bruder ihres Schwagers Joachim. Also war seine Mutter inzwischen
zumindest mit ihm liiert, vielleicht verheiratet. Carl Christian hatte zu
diesem Zeitpunkt zumindest die Position eines Pflegesohns, vielleicht die eines
Stiefsohns von Johann SUSEMIHL. Auch bei der Heirat mit 28 Jahren heißt er noch
„Carl Christian OLDACH, genannt SUSEMIHL“. Als er mit 34 Jahren seinen
Auswanderungsantrag nach Amerika stellt, heißt er einfach Carl Christian
SUSEMIHL (immer noch ohne e), war also zwischenzeitlich vielleicht von Johann
SUSEMIHL rechtmäßig adoptiert. Bei seiner Ausschiffung in Amerika nennt er sich
bereits SUSEMIEHL mit e. Und so schreiben sich dort seitdem alle Nachfahren. Es
hat also zwei Namenswechsel gegeben:
von OLDACH zu SUSEMIHL und dann zu SUSEMIEHL. In
anderen Fällen geschieht der Wechsel
von SUSEMIHL zu SUSEMIEHL gleichsam aus Versehen, zwischen Taufe und
Eheschließung, oder bei der Geburt eines der Kinder und der erneuten Eintragung
des Familiennamens ins Kirchenbuch. Weitere
Nachfahren der bäuerlichen SUSEMIHLs sind die SUSEMIHLs in Bargeshagen bei Bad
Doberan, in der gleichen Gegend Horst SUSEMIHL und Tochter Jana, Mathias BEESE
in Kritzmow bei Rostock, Familie DEDOW in Rostock, Uwe SUSEMIHL in Hamburg,
Fabian LEHMANN in Neuseeland, Familie
RENTSCH-SEYER in Wetzlar/ Hessen und Kentucky/
USA, die Brüder Horst SUSEMIHL in Lübtheen bei Hagenow und Hans-Heinrich SUSEMIHL in
Probst Jesar bei Lübtheen, sowie deren Dirk und Beate in Hamburg. ============================== Noch mehr über den bisherigen Stand der
SUSEMIHL-Forschung steht in dem gerade erschienenen Buch „SUSEMIHL, BOHNSACK
und anderes“, Heft 4 der Schriften des Vereins für mecklenburgische Familien-
und Personengeschichte e.V., 60 Seiten, Rostock 2002, zu beziehen für 5 € plus
Versandkosten von Dr. J. Alm, Danziger Str. 7, 18107 Rostock, Tel. 0381-719241,
email Alm@MFPeV.de.
Im Buchhandel gibt es für 16 € eine Biografie des
„typischen“, die Fremde liebenden SUSEMIHL-Nachfahren Carl Friedrich Ernst
SCHWABE, 1823 geboren, der als Kaufmann in England, Australien und Indonesien
lebte („Neubukow – London – Singapur“, ISBN 3-931185-88-5). Autor ist dessen
Nachfahre Günter SCHWABE, der in Rom lebt. Verlegt ist das Buch bei Thomas
HELMS, der mit einer SUSEMIHL-Nachfahrin verheiratet ist. ============================== Wie Sie sehen, steht ein großer Teil des „SUSEMI(E)(H)L
world family tree“ schon. Aber viel ist auch noch zu tun. Ich danke Ihnen
allen, die bereits mitgearbeitet haben, und ebenso allen, die mir helfen
werden, die noch fehlenden 5000 SUSEMIHL-Nachfahren ab 1505 zu finden und
anzuknüpfen. Spaß und höchst interessante Begegnungen haben wir bestimmt alle
dabei! Vor allem bitte ich
alle SUSEMI(E)(H)L-Nachfahren, die dies lesen und sich noch nicht bei mir
gemeldet haben, dies zu tun! Vielen
Dank! ============================== Peter Chr. CLEMENS, Priv.Doz.
Dr.med.habil., Am Tannenhof 52, D-19061 Schwerin-Schlossgarten, Tel +49-(0)385
-565670 (oder -5202660), Fax -5558979 (oder -5202676), dr.clemenspc@p4all.de |
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©D. Garling (Editor) |
zuletzt geändert: 24. Januar 2004 | |