Auszug aus der Familien- und Personengeschichte von Mestlin / Ruest
Die benachbarten Dörfer Mestlin und Ruest blicken auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. Bereits zu Zeiten der Besiedlung durch Bauern aus Holstein, Niedersachsen und Westfalen im 12. / 13. Jahrhundert scheinen es größere Dörfer gewesen zu sein. Wichtige Verträge wurden hier unterzeichnet. Wie viele andere Dörfer litten sie im 30jährigen Krieg - die Bevölkerungszahl reduziert sich weit unter das Vorkriegsniveau. Es dauerte lange, bis die Zerstörungen überwunden wurden. Ein Krieg folgte dem anderen, Mecklenburg war fast immer nur leidtragender Dritter. Mestlin entwickelte sich in dieser Zeit zum typischen Gutsdorf, besonders nachdem um 1833 die Bauern nach Ruest umgesiedelt wurden. Ein weiterer markanter Punkt in der Geschichte war der zweite Weltkrieg. Nach dessen Ende verdoppelte sich in Mecklenburg, auch in Mestlin und Ruest, die Einwohnerzahl durch Umsiedler aus Ostpreußen, Schlesien und Pommern. Ein schwerer Wiederaufbau begann.
Diese Broschüre dokumentiert die Familien- und Personengeschichte von Mestlin und Ruest. Die in /Mestlin I/ behandelten historischen Ereignisse werden hier mit Namen unterlegt. Das beginnt mit den Besitzern von Mestlin und den Pächtern des Mestliner Hofes. Mestlin und später insbesondere Ruest hatten eine starke Bauernschaft. Deren Genealogien werden in vier weiteren Kapiteln beschrieben. Separate Kapitel widmen sich den wohl überall wichtigsten Personen im Dorf: Schulze, Lehrer und Pastor. Traurige Abschnitte der mecklenburgischen Geschichte sind die Emigration und vor allem die Kriege, die auch geschildert werden. Eine besondere Bedeutung kommt dem Abschnitt Opfer zu. Hier wird versucht, eine möglichst vollständige Liste der Opfer vergangener Kriege aus dem Kirchspiel Mestlin zu bringen. Vielleicht kann später auf dieser Liste aufbauend eine Würdigung der Opfer an entsprechender Stelle erfolgen. Im Anhang mit einem Glossar wurde insbesondere auf eine ausführliche Dokumentation der Quellen Wert gelegt. Diese soll zeigen, welch zahlreiches Material neben den Kirchbüchern genutzt werden kann.
Die letzten 50 Jahre wurden nahezu ausgespart. Die jüngere Geschichte selbst ist noch zu wenig aufgearbeitet. Auch wäre es zu kompliziert, die Geschichte lebender Personen oder von Personen, die noch in aller Erinnerung sind, objektiv darzustellen.
Die Broschüre ist als Ergänzung zur Ortschronik /Mestlin I/ zu sehen. Sie ist kein eigenständiges Werk, sondern vertieft die Ortschronik bezüglich der Familien- und Personengeschichte. Deshalb kann hier auf die Darstellung lokaler Ereignisse und ihre Einbindung in die Mecklenburger Geschichte verzichtet werden. Mit dieser Zielsetzung ordnet sich die Broschüre zwischen einer Ortschronik und einem Ortsfamilienbuch ein. Trotz des vorliegenden Umfanges muss jedoch festgestellt werden, dass die vorgestellten Themen noch weitaus tiefgründiger behandelt werden können. Jeder Abschnitt, ja beinahe jeder Name sind möglicher Ausgangspunkt weiterer Untersuchungen.
Die Broschüre soll nicht nur die Geschichte der Dörfer festhalten, sondern gleichzeitig Beispiel für eine genealogische Ortschronik sein. Sie soll Anregung und Hilfe sein und zur Diskussion auffordern. Über Meinungen, Kritiken, ... würde sich der Autor freuen.